Weltkulturerbe Monasteiro de Santa Maria de Coz in Alcobaca
Gräber von Pedro I und Inês de Castro
Alcobaça wartet mit einem Weltkulturerbe auf - dem Monasteiro de Santa Maria de Coz. Den besten Blick auf die riesige Anlage des Klosters haben wir bei einem Spaziergang zu den Ruinen der alten Burg.

Die gesamten 27 000 m² bebaute Fläche mit der Hauptfassade des Klosters, der Kirche mit Nord- und Südflügel hat eine Breite von 221 m – die Nordseite ist ca. 250 m lang.


Die Kirche beeindruckt mit ihrer Fassade, die Anfang des 18. Jahrhunderts umgeändert wurde. Sie ist bis zu 43 m hoch, mit Statuen verziert und 2 Barocktürmen, die sich beeindruckend auf dem fast baumlosen Vorplatz erheben. Ebenfalls aus der Zeit stammen die typischen Verzierungen der Eingangstreppe, über die wir hinauf laufen und durch ein breites Torportal in die Kirche treten.
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Wir stehen staunend in einem der 22m breiten und etwa 20 m hohen Haupt- und Nebenschiffen. Zusammen mit dem 52 m breiten Querhaus ist die Kirche 106 m lang und damit eine der größten Abteikirchen in Europa. Auffällig ist die Architektur der Kirche, die die Benediktinerregeln zur Bescheidenheit, Demut, Einfachheit und Sparsamkeit zum Ausdruck bringt. Gewaltig groß wirkt das Gebäude, das scheinbar in den Himmel strebt, weil es so schmal scheint und die Höhe damit noch verstärkt wird.
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Iin einer Nische sehen wir eine monumentale Terrakotta-Skulturengruppe Capela de Sao Bernado aus dem 17. Jahrhundert, die den „Tod des Heiligen Bernhard“ darstellt. Sie steht auf der Liste der gefährdeten Weltdenkmäler des World Monuments Funds.

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Sarkophage von Pedro I. und Inês de Castro

Im Querschiff der monumentalen Kirche stehen die 2 wunderschönen Sandstein-Sarkophage von Pedro I. und Inês de Castro, die in einer tragischen Lebensgeschichte verbunden waren.

Die uneheliche Tochter Inês des galizischen Adeligen de Castro und einer Portugiesin kam ursprünglich als Hofdame der kastilischen Prinzessin Constanca, die Don Pedro aus politischen Gründen heiraten musste, nach Portugal. Pedro verliebte sich auf der Stelle in die ungewöhnliche, auffällige Schönheit mit rötlich-goldenem Haar und einem „Schwanenhals“. Daher erhielt sie auch den portugiesischen Spitznahmen colo de garca - Reiherhals.
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Die außereheliche Beziehung missbilligten sein Vater König Alfons IV und der portugiesische Hof aus moralischen und diplomatischen Gründen und Inês wurde an die kastilische Grenze verbannt. Als Constanca bei der Geburt ihres dritten Kindes verstarb, verbot Alfons seinem Sohn die Heirat mit Inês. Gegen seinen Willen ließ Pedro seine Geliebte an den Hof zurück kommen und lebte 10 Jahre mit ihr in Coimbra in einem alten Palast und sie bekamen 4 Kinder.


König Alfons IV und seine Berater am Hof befürchteten, dass Inês den legitimen Thronfolger zugunsten ihrer Kinder aus der Thronfolge verdrängen würde und es kamen auch Gerüchte auf, Dom Pedro habe Inês heimlich geheiratet – was er auch später bestätigte. Alfons IV rief einen Kronrat ein, der Inês des Hochverrats anklagte und verurteilte. Am 7. Dezember 1355 wurde Inês im Beisein ihrer Kinder von 3 Henkern enthauptet, während Dom Pedro gerade auf der Jagd war.


Auf Pedros Befehl wurden für Inês und ihn 2 prächtige Gräber aus Standstein geschaffen, die in der Klosterkirche von Alcobaca heute noch zu sehen sind.

Die Sarkophage aus geschnitztem Sandstein von Ines sind 3.24 m x 1,70 m und der von Pedro 3,22 m x 1,70 m groß!
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Seitdem die Sarkophage im 18. Jahrhundert einander gegenüber liegen, kursiert die Legende, "Pedro habe sie so aufstellen lassen„ damit sich die Liebenden bei der Auferstehung am jüngsten Tag direkt in die Augen sehen können".
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Eine weitere Legende aus dem 16. Jahrhundert besagt, dass Pedro nach seiner Thronbesteigung 2 Thronsessel habe aufstellen lassen – einen für ihn und einen für den (5 Jahre alten toten) Körper von Inês. Sie habe mit Juwelen übersäte Krönungsgewänder und eine Königskrone auf dem Kopf getragen, und der gesamte Hof musste ihr als Königin huldigen und ihre Hand küssen.










