Wanderung zur atemberaubenden Gletscherzunge Nigardsbreen
Zum Gletscher Nigardsbreen über Felsen, Treppen und eine Brücke
Die Sonne lacht - ein kühles Lüftchen weht – der Rucksack ist mit „Gletscherburgern“ und heißem Tee in der Thermoskanne gepackt – heute ist Wandertag zum Nigardsbreen Gletscher. Wir sind gespannt auf unsere 2. Gletscherwanderunge in Norwegen - ob sie so interessant wird wie dieGletscherwanderung Boverbrean?

Vom Breheimen-Besucherzentrum – mit einem spektakulären Blick auf den Nigardsbreen - biegen wir in die kleine mautpflichtige, durch Moränenlandschaft führende Zugangsstraße ab, die noch im 19. Jahrhundert von einer mehrere hundert Meter dicken Eisschicht bedeckt war – und enden auf einem überfüllten Parkplatz direkt am Gletschersee. Oh je, da wandern wir bestimmt gleich in einer Meute Wanderer zum Nigardsbreen? Die große Zahl der Besucher ist nicht verwunderlich – dieser Gletscher ist sehr leicht zugänglich, schließlich kann man fast mit dem Auto nah heran fahren und muss nicht weit laufen, denn man kann mit einem Boot über den türkisfarbenen Nigardsvatnet fahren und hat nur noch eine kurze Distanz – aber das liegt nicht in unserem Sinn.

Ein kleiner Pfad mit dem Wegzeichen „3 km Nigardsbreen“ verschwindet in niedrigem Gebüsch – und wir mit ihm. Mal über dicke Steine, mal durch ein fließendes Rinnsal windet sich der Weg auf buckelige Felsbrocken zu, die mit Holztreppen flugs überwunden sind – mal hinauf, dann wieder hinunter, hin und wieder mit einer zusätzlichen Seilsicherung stapfen wir entlang des Seeufers.

Wir haben den Anfang des Nigardsbrevatnet erreicht und der Boden unter unseren Füßen ändert sich langsam – statt durch ein Mix von niedrigem Gebüsch mit Sand, Geröll und Felsblöcken treten wir auf vom Gletscher glattgeschliffenes massives Felsgestein.

Vor unseren Augen weitet sich das Tal mit schimmernden Eisflächen im Hintergrund, eine langgestreckte Holzbrücke überbrückt einen wildschäumenden, kräftig türkisfarbenen Gletscherfluss in der Mitte – überspannt von strahlend blauem Himmel.

Von dem Panorama fasziniert, bleiben wir staunend stehen und genießen diese wunderbare Aussicht. Langsamen Schrittes nähern wir uns der Brücke, die irgendwie filigran in ihrer mächtigen Umgebung wirkt – und fangen aus dem Wasser ein Stück Gletschereis. Das vormals laue Lüftchen entwickelt sich... die Haare flattern.
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Mit kleinen Holzzeichen ist der beste Weg zum Eis markiert – einige steilere Felspartien sind durch hölzerne Treppen einfach zu begehen. Das abfließende Gletscherwasser tost und braust und erfüllt das Tal mit rauschendem Lärm.

Dazu frischt auch der thermische Wind so heftig auf, der uns mit eisigen Luftströmen vom Nigardsbreen erst erfrischt und dann auskühlt. Schnell wieder die Jacken anziehen …. puh, da frieren schon die Finger ein...


Gegen den Wind stapfen wir immer weiter hoch – dem weiss blau glitzernden Gletschereis entgegen. An einer gelben Abspannung mit Warnzeichen ist unser Ziel erreicht – wir stehen vor der sich zu Tal windenden Gletscherzunge, die sich hoch hinauf zum Hauptgletscher Jostedalbreen zieht. Gletscher sind ständig in Bewegeung und gleiten in Zeitlupe ins Tal hinunter – das Abschmelzen an der Front bewirkt, dass sie nicht immer länger werden.

In den letzten Jahren schmilzt mehr Eis ab, als von oben nachwächst – so schrumpft der Nigardsbreen nun ständig. Vor etwa 2 Tagen habe er „gekalbt“ - deshalb sei die Front so hoch und auch diese habe schon wieder einen Riß, den auch wir deutlich erkennen können.
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Weiss strahlende Eisflächen, blau schimmernde Eisspalten, steile Felsen, mit Spuren des Gletschers – dazu der rauschende Gletscherfluss mit seiner intensiven leuchtenden Farbe sind faszinierend.

Wir suchen uns ein windgeschütztes Plätzchen und lassen den Eindruck des gigantischen Gletschers in seiner wilden Landschaft auf uns wirken. Der heiße Tee wärmt unsere kalten Finger, die Sonne wärmt den Felsen und uns – unsere Köpfe drehen sich mal zum Blick aufs Tal mit dem Gletschersee und dunklen Berghängen – mal zum funkelnden Gletscher mit blauem Himmelsfirmament.
Irgendwann müssen wir uns auf den Heimweg machen, die beeindruckende Landschaft herum genießen wir bei jedem Schritt. Am Nigardsvatnet angekommen, umfächelt uns warme Wind, das Wasser des See plätschert leise und die Wanderung klingt entspannt aus.
Ein traumhafter Tag in Norwegen und eine tolle Wanderung.














