Wohnmobil Reisebericht Spanien - Escala a Castelló - Galeón Andalucia

    Escala a Castelló - Galeón Andalucia

    El Galeón - Original Nachbau einer spanischen Galeone

    Alle Schiffe der Escala a Castello sind kostenlos zu besichtigen - wirklich toll! Heute entern wir "El Galeón" eine spanischen Galeone und können uns kaum vorstellen, damit die Weltmeere zu besegeln!


    Die Galeón Andalucia wurde nach historischen Forschungen entworfen und gebaut und segelte 2010 bis 2016 etwa 48 000 Seemeilen über die Weltmeere zu allen 4 Kontinenten. Ihre Daten sind beeindruckend: 49,4 m lang, 10,10 m breit mit einem Tiefgang von 3,40 m und einer Verdrängung von 589 to. Die Rigghöhe von 37 m mit einer Segelfläche von 985 m2 und 10.415 m Tauwerk zwischen 16 und 80 mm sind beeindruckend.

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    Über eine Gangway gelangen wir auf ein Deck und gleich geht`s weiter - vorbei an einer Glocke - auf das Vorschiff. Früher diente die Schiffsglocke dazu, an nebligen Tagen mit der restlichen Flotte zu kommunizieren, Wachwechsel anzukündigen oder vor Manövern zu warnen. Heute wird sie geläutet, um Mahlzeiten, Wachwechsel oder sonstige Ereignisse anzukündigen.

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    Wir sind auf dem vorderen Decke "Taille-Mer". Dies bezeichnet das am Bug des Schiffes befindliche Teilstück, an dem sich der Bugspriet und das laufende Gut befindet.

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    Hier ragt auch der 34 m (bis zum Kiel) lange Fockmast und wir sehen zwei 1000 kg schwere Gusseisenanker.

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    Wieder hinunter kommen wir wieder auf das Hauptdeck.

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    Auf dem Hauptdeck steht der Hauptmast mit einer Länge von 37 m (bis zum Kiel).

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    Zurück schauen wir zum Bug , in dem sich Speiseraum, Küche und Mannschaftstoiletten befinden.

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    Zur Hygiene lesen wir: Die Überbelegung der Schiffe mit lebenden Tieren (Läusen, Flöhen und Ratten) sowie der Mangel an Trinkwasser führten zu einem sichtbaren Mangel an Hygiene. Häufig litt die Mannschaft an Krankheiten wie dem gefürchteten und tödlichen Skorbut. Die Gesundheitsversorgung war äußerst prekär und lag in den Händen von Chirurgen und Barbieren, die lediglich Wunden nähen oder Aderlass durchführen konnten.

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    Brot und Wein - Tisch gedeckt - Essen fertig!

    Die Besatzung ernährte sich hauptsächlich von Wein und Zwieback - einem doppelt gebackenen Brot aus grobem Mehl.

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    galeon andalucia 733 brot und wein 1 galeon andalucia 733 brot und wein 2

    Dieses verdarb aber schnell, so dass die Nahrung hauptsächlich aus Hülsenfrüchten bestand. Und dazu auch Reis, Mehl, Pökelfisch und Pökelfleisch, Käse und Nüsse. Gekocht wurde auf einem Holzofen an Deck, der sorgfältig überwacht wurde, um Brände zu verhindern.

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    Die jungen Schiffsjungen kündigten die Mahlzeit an, indem sie die übrige Besatzung riefen und warnten "Wer nicht kommt, bekommt nichts!"

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    Auf dem Hauptdeck stehen auch einige "schussfertige" Kanonen mit Ziel auf das Hafenbecken. Fünf Kanonen pro Seite, die 3.91 kg schwere Gusseisenkugeln mit einer maximalen Reichweite von 150 m verschossen, stehen hier.

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    Der Schiffstyp Galleone war ein Schiff, das die Spanier vom 16. bis zum 18. Jahrhundert für Seefahrten und Handel zwischen Spanien, Amerika und den Philippinen einsetzten. Mit dem für die damalige Zeit innovativen Design war sie ein bewaffnetes Handelsschiff, das für die effiziente Überquerung der Ozeane konzipiert war. Sie segelten in Konvois unter Eskorte von Armeeschiffen segelten, dennoch waren sie zu ihrer eigenen Verteidigung mit Kanonen ausgerüstet.

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    Vom Kommandodeck der Galeone wird das Schiff gesteuert. Hier sind das Steuerrad, der Kartenraum und 2 Kabinen für Kapitän und Lotse sowie der Besanmast mit einer Länge bis zum Kiel von 26,50 m.

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    Das Admiralszimmer - ausschließlich für die Besatzung - wurde detailliert nachgebildet. Das Buntglasfenster zeigt eine Gemälde der Jungfrau Maria mit der Bitte um göttlichen Schutz.

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    Besatzung und Passagiere :Mehr als 150 Personen reisten an Bord der Galeone.

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    Die durchschnittliche Besatzungsstärke dieser Galleonengröße lag zwischen 60 und 70 Personen. Besatzungsmitglieder, Frauen, Kinder und manchmal sogar lebende Tiere befanden sich an Bord. Mit Ausnahme der Offiziere schliefen sie in Hängematten und bewahrten ihre Habseligkeiten in Truhen auf. Die Wohnfläche pro Person an Bord betrug lediglich 1.5 m2.

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    Unter Deck: Die Laderäume der Schiffe waren üblicherweise mit Lebensmitteln und Waren gefüllt, die in dutzenden von Fässern, Bündeln und Kisten gelagert, so dass die Luft unerträglich war. Daher spielte sich das Leben an Bord auf dem Deck ab. Der Arbeitsalltag war in 6 Schichten unterteilt und nur die Mahlzeiten unterbrachen den Rhythmus.

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     Schön gestaltete Tafeln in spanisch, englisch und französisch informieren über die damalige Zeit, als die Galleonen noch die Weltmeere besegelten. 

    Gefahren: Stürme und Piraten

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    Stürme, Lecks, Schiffbrüche, Krankheiten, Hunger und Piratenangriffe bedrohten ständig das Leben der Besatzung. Der Atlantik war berüchtigt für seine Hurrikane und Stürme, denen man trotzte, in dem man die Schiffe "ohne Masten"  fuhr,  Segel und Rahen einholte,, die Bilgepumpen in Betrieb nahm und überflüssiges Gewicht abwarf. Jahrhundertelang drangen Piraten aller Nationen in die spanischen Routen im Atlantik und Pazifik ein, da das Silber, das die Galeonen transportierten, mitunter 95% ihrer Gesamtladung ausmachte.

    Legendäre Routen und sagenhafte Schätze

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    Über 3 Jahrhunderte lang befuhren spanische Galleonen die bedeutenden Routen der Seefahrtgeschichte.Sie waren Teil der Indienflotte (1561-1778) mit Konvois von mehr als 30 Galeonen, eskortiert von Kriegsschiffen. Die Schiffe transportiertren amerikanische und asiatische Waren, vorwiegend Gold und Silber aus Amerika sowie exotische Güte aus Fernost. 

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    Schiffwracks

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    Schiffsuntergänge waren der höchst Preis, der bezahlt wurde. Der Golf von Mexiko, die Bahamas-Straße, Bermudas, Veracruz, Matanzas, Azoren und Cadiz zählten mit ihren starken Strlmungen, heftigen Winden und tückischen Meeresböden zu den gefährlichsten Gebieten, in denen sich die meisten Schiffbrüche ereigneten. Viele dieser Galeonen und ihre sagenhafte Ladung ruhen noch heute auf dem Meeresgrund.


    Wir bewundern die Leistung der Menschen von Jahrhunderten, die sich auf solchen Schiffen auf das Meer wagten. Vor 2 Jahren sahen wir schon den Nachbau" El Galeón", der von der Regierung Andalusiens und der Stiftung Nao Victora 2010 verwirklicht wurde. Heute gehen wir an Deck und unter Deck ,dieser originaltreuen Nachbildung aus dem 17. Jahrhundert. Jetzt am frühen Nachmittag ist "Siesta en Espana" - und tatsächlich sind nur wenige Neugierige zur Zeit auf der Escala a Castelló. 

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    El Galeón ist ein riesiges Museumsschiff, dass nicht nur in Sevilla am Kai liegt. So ist oder war sie schon zu Hafenfesten in Liverpool, Shoreham, Plymouth, Amsterdam, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Cherbourg, Bordeaux, La Rochelle..... und präsentiert als schwimmender Botschafter den spanischen Seefahrtsgeist der Welt. Wir sind begeistert!