National Trust - Basildon House
Kulturreise England - Landsitz Basildon House
Wir sind gespannt auf ein weiteres Highlight der National Trust Sehenswürdigkeiten – das Landhaus Basildon. Wie immer – nehmen wir unseren Honda-Roller, mit dem wir die Umgebung erkunden können, und fahren 15 Kilometer vom Wohnmobilstellplatz in Wallingford "über die Dörfer" zum Basildon Park.
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Zum palladianischen Herrenhaus gehört eine wundervolle Parklandschaft mit rund 160 Hektar Wiesen- und Waldland, das sich bis zur Themse erstreckt.

Durch einen herrlichen Garten spazieren wir zum Herrenhaus, dessen Ausmaße echt beeindrucken.

1952 besuchte Renee Iliffe, die junge Frau des Zeitungsmagnaten Langton Iliffe Basildon Park und verliebte sich sofort in das Anwesen und ihr wurde klar, dass es seinen früheren Glanz wieder erhalten sollte und es wert sei, gerettet zu werden. (In der damaligen Zeit wurden leider 1000e solcher Landhäuser zerstört).
Lord und Lady Iliffe begannen mit einem ehrgeizigen Renovierungsprogramm und statteten das Haus mit edlen Möbeln, kostbaren Stoffen und wertvoller Kunst aus.
22 Stufen führen hinauf zum Eingangstür und bekommen netterweise eine Broschüre (in deutscher Sprache) mit kurzen Erklärungen der Räume.
Basildon Park - Eingangssaal

Im 18. Jahrhundert waren große Empfänge und Partys in Mode – das spiegelt sich im Eingangssaal wider mit geometrischen Stuckdekorationen in weichen Farben und Vergoldungen. Die Mahagonitüren sind Originalteile des Hauses
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Basildon Park - Speisezimmer
Festlich glänzt der für 14 Personen eingedeckte Speissaal mit feinstem Porzellan, funkelnden Gläsern und schimmerndem Silberbesteck.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch eine Geräuschkulisse von Stimmen, leiser Musik, klirrenden Gläsern, ein wenig Gelächter ....
Das 122 teilige Tafelservice Teilen stammt aus dem 19. Jahrhundert und stammt von der Familie Iliffe – darüber erhebt sich das Deckengemälde mit gemalten Rondellen mit den Musen der Komödie, Tragödie und Poesie.
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Basildon Park - Achteckzimmer
Von der Decke bis zum Boden gleiten unsere Blicke, wir schauen uns die Wände, Türen, Fenster und die Einrichtung der Gemächer an, die liebevoll restauriert und möbliert sind. Lady Iliffe schmückte die Wände mit rotem Filz, um einen Kontrast zu den vergoldeten Gemälden und Spiegeln zu schaffen.

Basildon Park - Grüner Salon
Dieser Raum wurde als Frühstücksraum genutzt – und enthält noch die Originaldecke aus dem 18. Jahrhundert, die in Rosa und Grün mit Stuckleisten verziert ist und im Lauf der Geschichte des Hauses nicht verändert wurde.

Basildon Manson - Karmesinrotes Schlafzimmer
Die Iliffes erwarben1953 das Bett sowie das Sofa, den Spiegel und die Vorhänge vom Verkauf des Ashbumham Place. Das karmesinrote Bett wurde 1928 für den Besuch des zukünftigen Königs Wilhelm IV. gefertigt.

Basildon Manson - Muschelzimmer
Eine bedeutende Muschelsammlung, die Lord Iliffes Mutter auf ihren Reisen mit ihrem Mann aus der ganzen Welt sammelte, ist hier in einem Raum ausgestellt, das eine viktorianische Muschelgrotte nachahmen soll.

Basildon Park als Filmkulisse
Das Anwesen von Basildon Park zieht auch immer wieder Regisseure an, die das herrliche Gebäude als Filmkulisse im Film und Fernsehen verwandeln.

2004 wurde Basildon die prachtvolle Ära aus Jane Austins Werk Kinofilm „Stolz und Vorurteil“. Die miteinander verbundenen Räume boten das perfekten Szenario. Der Treppenhausflur und das Achteckzimmer wurden in die Hauptszene des Ballsaals verwandelt. Während der Dreharbeiten für die britische Fernsehserie Downton Abbey wurden in allen Räume im ersten Stock Szenen gedreht. Das Achteckzimmer mit seinen roten Filzwänden und der vergoldeten Decke diente als Salon, das Esszimmer wurde in einen Ballsaal verwandelt.
Die spannende und wechselvolle Geschichte des Landsitzes Basildon Park
Vor unserem Besuch tauchen wir in die Geschichte des Hauses ein, das im palladianischen Stil erbaut wurde - eine Architektur mit den Prinzipien der antiken griechischen und römischen Tradition mit Hauptaugenmerk auf Symmetrie, die im frühen 18. Jahrhundert als Gegenbewegung zum Barock in England und Italien entstand.

Basildon House wurde für Francis Syke erbaut, der der Britischen Ostindien Kompanie angehörte und am Hof von Nawab in Bengalen „sein Glück machte“ und ein riesiges Vermögen anhäufte ( geschätzt 250 000 bis 500 000 Pfund – nach heutigem Wert etwa 20 bis 40 Millionen“). Nach dem Kauf des Grundstückes für Basildon 1771 wendete sich Sykes Schicksal plötzlich – an der Börse stürzten die Aktien der East India Company ab und er verlor z.B. an einem Tag 10 000 Pfund ( 2019 = 825 000) und der Beginn der Arbeiten verzögerten sich bis 1776.

Nach mehreren Wendungen in der Geschichte verkaufte ein Sohn Sykes das Haus schließlich für 93 000 Pfund (2019 = 8 Mio).

(Der spätere Premierminister Benjamin Disraeli, dessen Anwesen „Hughenden“ wir schon besichtigt haben, war übrigens der Liebhaber von Syke`s Frau Henriette und verewigte sie in seinem Roman „Henrietta Temple“. Im ersten Band des Romans „sei das Rascheln echter Unterröcke zu hören“ und im zweiten Teil sei die Leidenschaft verschwunden....)

Der neue Besitzer ab 1838 war James Morrison, ein Selfmade-Millionär, der in einem Londoner Lagerhaus Karriere machte und schließt das profitabelste Tuchgeschäft der Welt in der damaligen Zeit schuf und einer der reichsten Männer im viktorianischen England wurde.
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Ab 1929 ging das Anwesen in die Hände vom 1. Lord Iliffe, der vom Haus Türen, Treppengeländer und Kamine entfernen ließ, um sie in seinem Londoner Haus zu „integrieren“. Danach verkaufte er Basildon ganz schnell weiter an den Immobilienentwickler George Ferdinando, der das Anwesen nach Amerika verkaufen wollte: Er pries es in einer Verkaufsbroschüre wohlhabenden Amerikanern für 1.000.000 Dollar ( heutiger Wert etwa 20 Mio.) an mit dem Versprechen, das Haus sorgfältig abzureißen und in Amerika bezugsfertig wieder aufzubauen. Daraus wurde aber nichts, nachdem er seine Meinung wieder änderte und sein Sohn in das Anwesen zog.
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Es ist nicht nachzuvollziehen, wer Teile der Inneneinrichtung verkaufte – auf jeden Fall befindet sich das Esszimmer im Waldorf-Astoria Hotel in New York und Türrahmen im Metropolitan Museum of Art.
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1949 erwarben die Iliffes Basildon erneut und restaurierten und möblierten es innerhalb von 25 Jahren mit Einrichtungsgegenständen aus ähnlichen Häusern und schenkten sie das Haus und den Park 1978 mit einer großzügigen Stiftung zum Erhalt des Anwesens dem National Trust.














