Wohnmobil Reisebericht Portugal - Centro de Interpretacao Batalha de Aljubarotta

    Centro de Interpretacao Batalha de Aljubarotta

    Albajarotta - Das Schlachtfeld von São Jorge

    In Albajarotta wird die Geschichte lebendig – das verspricht das CIBAT - Centro de Interpretacao Batalha – ein perfekter Ort, zur Entdeckung der Entstehung und Entwicklung der portugiesischen Nation.


    Am 14. August 1385 fand eine der entscheidendsten Ereignisse in der Geschichte Portugals statt – die Schlacht von Albujarotta. Als der Ferdinand I. im Jahre 1383 verstarb nahmen die Könige des benachbarten Kastilien die Chance war, die Lehenshoheit über Portugal wieder herzustellen.

    wohnmobil reisebericht portugal Centro de Interpretacao Batalha de Aljubarotta

    Der kastilische König Johann I. marschierte mit einer großen Streitmacht in Portugal ein und der Höhepunkt dieser Auseinandersetzung war die Schlacht von Aljubarotta – hier am Ort des Centro de Interpretacao Batalha.

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    Das moderne Museum CIBAT hat so einiges zu bieten. Zur Einführung sehen wir einen hervorragenden Film – mit Audioguide in deutscher Sprache. Eine Aufnahme des Filmes ist nicht erlaubt - als Erinnerung dienen uns daher Screenshots des Filmes von der Webseite Fundacao-aljubarrota.pt.

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    „Die königliche Schlacht“ – Dieser Film verbindet akribische Dokumentarforschung mit einer filmischen und multimedialen Bildsprache und weckt beim Zuschauer Faszination und Bewunderung für dieses bemerkenswerte historische Ereignis.

    Der Film hebt zudem den strategischen Charakter, die taktische Intelligenz, die charismatische Führung und die Willenskraft der Protagonisten hervor und belegt deren entscheidende Rolle für den Ausgang des Konflikts. D. João I. von Kastilien und León und der Meister von Avis, D. João I., der vier Monate zuvor in den Cortes von Coimbra zum König von Portugal ausgerufen worden war. Trotz der deutlichen zahlenmäßigen und militärischen Überlegenheit des kastilischen Heeres wandte D. Nuno Álvares Pereira mit seiner kleinen Gruppe von Rittern und Fußsoldaten eine kühne Taktik an, die zum portugiesischen Sieg führte.

    Politisch löste sie die Krise zwischen dem Königreich Portugal und Kastilien und León und bekräftigte die nationale Unabhängigkeit Portugals. Dieser Sieg ebnete den Weg für den Beginn einer der ruhmreichsten Epochen der portugiesischen Geschichte: der Entdeckungen.
    (Texte Besucherbroschüre: Fundacao-aljubarrota.pt)

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    Unterhalb der Filmleinwand ist ein bedruckendes Schlachtfeld mit Gefallenen und toten Pferden aufgebaut. Eine Panoramaprojektion rekonstruiert darauf wie in einem aufgeschlagenen Buch die Bewegungen der beiden Armeen, basierend auf sorgfältigen Recherchen der Stiftung, und vermittelt uns so ein visuelles Verständnis der Schlacht. Wir erleben die Batalha de Aljubarotta sozusagen hautnah in einem Monumentalfilm - allein der Film ist schon sehenswert. Parallel zum den Episoden im Film können wir die Bewegungen der sich gegenüberstehenden Feinde auf dem Gelände unterhalb der Filmleinwand verfolgen - Eine tolle Idee!


    Das Centro de Interpretacao Batalha de Aljubarrota liegt auf dem Gelände der historischen Auseinandersetzung – und mit Hilfe eines (deutsch sprachigen) Audioguides spazieren wir über das Schlachtfeld, in dem durch kluge Taktik die portugiesischen 8000 Kämpfer der gewaltigen Übermacht der kastilischen Truppen mit 40 000 Mann gegenüberstanden und diese mit List und Tücke in die Flucht schlugen.

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    Pfiffig ist die Idee, eine Szene des Filmes auf einem Dia wie durch ein Fernglas zu zeigen - so können wir auf die Heere auf dem Schlachtfeld schauen...

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    Das Gelände von São Jorge wurde ausgewählt, da eine Senke von 2 Flüssen begrenzt wurde, so dass die Angreifer in eine bestimmte Richtung gelenkt werden konnten. So auch in Areale, die vor dem Gefecht mit „Wolfsgruben“ präpariert wurden – ausgehobene Löcher von vielleicht 40 x 100 cm und 150 cm tief, die unter Astwerk versteckt wurden und so die angreifenden Soldaten nicht nur „stolpern“ ließen.

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    Die portugiesischen Bogenschützen verschanzten sich hinter aufgetürmten und angespitzten Holzbarrikaden und konnten so 4 Pfeile pro Mann in der Minute abschießen. Dieses und noch viel mehr wird im Audioguide an den einzelnen Stationen (mit unterschiedlichen Stimmen und auch Geräuschen) spannend erzählt.


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    In den Innenräumen des Museums erfahren wir (wieder begleitet von einem Audioguide) Meilensteine der Geschichte Portugals und können uns mit den Waffen des portugiesischen Heeres vertraut machen.

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    Die Ausstellungstücke wie Ritterrüstungen, Kettenhemden und die Waffen dürfen berührt werden. Das Gewicht der Rüstungen ist so enorm , dass man sich kaum vorstellen kann, diese zu tragen und sich dann noch zu bewegen...

    Mittelalterliche Chronisten und zeitgenössischen Historikern zufolge umfasste das kastilische Heer zwischen 31000 und 40000 Mann, bestehen aus Rittern, Lanzenträgern, Armbrustschützen und Fußsoldaten. Das kastilische Heer verfügte über ein bedeutendes Kontingent an Adligen etwa 2000 französischen Rittern, viele von ihnen Veteranen des Hundertjährigen Krieges...

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    Chronist Fernando Lopes: Der Tross des kastilischen Heeres bestand aus 700 Waagen und transportierte die lebensnotwendigen Güter für die Soldaten (Zelte, Waffen, Werkzeug, Lebensmittel usw.). Derselbe Chronist berichtet, dass das Heer seit seinem Einmarsch in Portugal alle Rinder beschlagnahmte, die es fand. Bei ihrer Ankunft in Leiria besaßen sie bereits 8 0000 Stück Vieh.

    Die kastilische Armee setzte sich ungefähr aus folgenden Truppen zusammen: Französische Kavalleristen, Knappen und Armbrustschützen, Bauern und Waffenknechten

    Die portugiesische Armee setzte sich etwa aus folgenden Truppengattungen zusammen: Reiter, Bauern, Bogenschützen, Kavalleristen und Wagen

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    Die portugiesische Geschichtsschreibung des 14. und 15. Jahrhunderts bezeichnet die Schlacht als königliche Schlacht...Die Bezeichnung Schlacht von Aljubarrota stammt aus einer späteren Zeit. Laut Chronisten Fernão Lopes war es bereits Vesper, als der Befehl zur Schlacht erteilt wurde. Als Vesper bezeichnete man damals die kanonische Uhrzeit und entsprach etwa 18 Uhr. Nach etwas mehr als einer Stunde Kampf zeichnete sich ein portugiesischer Sieg ab.

    Die portugiesischen Streitkräfte waren nach einem System organisiert, das die Engländer im Hundertjährigen Krieg erprobt hatten und das Nuno Álvares Pereira durch Kontakte mit englischen Kämpfern.... kennengelernt hatte.

    Zwei vorgeschobene Flügel, bestehend aus Kämpfern, namentlich portugiesische Armbrustschützen und englische Bogenschützen, sollten den Vormarsch behindern. Eine Vorhut zwischen den beiden Flügeln, befehligt von Nuno Álvares Pereira, bestand aus 3 Reihen Truppen, die das Sao Jorge Plateau quer überquerten und als erste dem Ansturm der Kastillier standhalten sollten. Diese setzten sich zusammen aus Rittern, die Pereira in den beiden vorangegangenen Jahren auf seinen Feldzügen begleitet hatten.

    Die portugiesische Front – einschließlich Flügel und Vorhut – war etwa 350 m lang. Dies war eines der Geheimnisse des Sieges, da es den gleichzeitigen Angriff der gesamten kastilischen Vorhut im offenen Feld verhinderte, das sich übe mehr als 750 m erstreckte.

    Die Nachhut unter König Johann I. befand sich etwa 140 bis 200 Meter weiter hinten und bestand ebenfalls aus 3 Linien abgesessener Truppen. Seitlich zwischen diesen beiden Linien befanden sich nur wenige Männer im Wachdienst. Ganz hinten befand sich schließlich die Versorgungslinie mit Proviant, Waffen und logistischer Unterstützung.

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    Das Museum ist so interessant, dass wir nach dem Film und der Außenbesichtigung eine kleine Pause einlegten. Erst dann gingen wir noch einmal in das Centro de Interpretacao und erkundeten die inneren Räume mit phantastisch gestalteten Informationen und den Rüstungen. Alles in allem ein lohnenswerter Besuch, der uns die Geschichte von Portugal lebendig nahe gebracht hat.